Selbstversorgung im Ruhrgebiet

Ein paar Worte über die Wahl meiner Schafrassen

Ich halte Ostfriesische Milchschafe (kurz OFM), sowie Barbados Blackbellys (kurz BBB).
Eine kleine Erklärung für den, der sich über diese gänzlich unterschiedliche Rassenzusammenstellung wundert: Mir geht es vor allem um möglichst breite Selbstversorgung und die Möglichkeit alle Produkte zu verwerten. Ich nutze die Schafmilch wie auch die Wolle der Tiere. Das Fleisch der Blackbellys ist besonders delikat.
Beide vereint etwas für Schafe untypisches: Sie sind von Natur aus in der Regel nicht berührungsscheu. Das ist für mich wichtig, weil ich zum Weidenwechsel über eine Straße und die Tiere führen muss.
Als Bock setze ich die jeweilige Rasse ein, denn grundsätzlich ist mein Ziel Reinrassigkeit zu erhalten. Insbesondere die Milchschafe sollten reinrassig erhalten werden.


Schafhaltung - Überlegungen zur Anschaffung von Schafen


Größe der Weide
Es gibt eine einfache Berechnung: 1 Großvieheinheit (z.B. Rind) oder 10 Kleinvieheinheiten (z.B. Schaf) pro Hektar Weideland. Diese Berechnung geht aber nur dann auf, wenn der Bewuchs der Fläche perfekt ist und man die Fläche in 4 Abteile unterteilen kann um Parasitendruck zu vermeiden. Ebenso muss das Wetter mitspielen. Ein typisch deutscher verregneter Sommer ist für die Schafhaltung perfekt. Nur sind solche Sommer rar geworden. Also lieber weniger Tiere pro Fläche kalkulieren.

Fütterung
In den Sommermonaten genügt bei ausreichendem Bewuchs das Weideland. Die im Frühjahr wachsenden Gräser sind sehr eiweißreich und decken damit auch den Bedarf eines laktierenden Muttertiers.
Im Winter sollte genügend Heu zur Verfügung stehen. Ich benötige für 10 Schafe 6 Rundballen. Das Heu sollte nicht vom ersten Schnitt sein, es ist den Schafen zu grob und sie sortieren zu viel aus. 2. oder 3. Schnitt sind ideal.
Zusätzlich sollte bei Minusgraden und für laktierende Mütter Kraftfutter zur Verfügung stehen. Schafe erzeugen Wärme über Pansenbewegung! Als Kraftfutter kann man Walzhafer und -gerste in kleinen Mengen geben. Für laktierende Schafe und ggf. Lämmer eignet sich eiweißreiches Futter aus Luzerne und Ölpresskuchen.

Ein Wort zur Brotfütterung
Schafe sind keine Müllschlucker. Brot ist ein sehr minderwertiges Futter für Schafe, es kann nicht wiedergekäut werden und säuert im Pansen. Die PH-Wert-Verschiebung lässt die für die Verdauung eines Wiederkäuers sehr wichtigen Mikroben absterben.
Ebenso sollten auch Gemüseabfälle nur in kleinen Mengen verfüttert werden.

Mineralfutter
Die Versorgung mit Mineralien ist für Schafe essentiell, ohne ausreichende Versorgung werden die Tiere krank und es entstehen Fruchtbarkeitsstörungen. Wichtig ist nicht nur der Salzleckstein, sondern auch ein gutes ausgewogenes Mineralfutter. Auch dieses gibt es als Leckstein zu kaufen, jedoch ist die Qualität eher unterirdisch und die Schafe fressen jede Menge Farbe mit. Lecksteine kann man ganz einfach selber machen und hierfür ein pulverisiertes Mineralfutter kaufen. Dieses rührt man mit Wasser an und gibt die Masse in den Leckschalenhalter oder einen anderen Trog. Die Masse erhärtet innerhalb weniger Stunden.

Klauenpflege
Wer Schafe hält muss Fußpflege betreiben. Das Klauenaußenhorn wächst ständig nach und muss geschnitten werden. Hierfür ist es sehr erleichternd, wenn man einen guten Bezug zu den Tieren hat. Ein einmal jährlicher Schnitt durch den Schafscherer ist in der Regel nicht ausreichend.