Über mich

Ich heiße Birgit Lumma und lebe in Bochum.
Oft werde ich gefragt, wie ich darauf komme mitten in der Großstadt Nutztiere zu halten. Ich antworte darauf immer, dass es meine Oase ist, denn ich bin ein ausgesprochenes Landei. Aufgewachsen auf einer Flussinsel bin ich in der Natur groß geworden. Meine Großmutter hatte noch Landwirtschaft (Ackerbau, vor meiner Zeit auch Hühner, Schafe und Ziegen) und ich habe ihr im Sommer bei der Ernte geholfen. Sie erzählte auch oft über "Geißen" und obwohl ich erst lange nach Ihrem Tod von ihrer Nutztierhaltung erfahren habe, ist vielleicht aus dieser frühkindlichen Prägung mein Wunsch entstanden Nutztiere zu halten.

Dass ich es ausgerechnet in Bochum verwirklichen könnte, daran habe ich nicht geglaubt, doch dann wurde mir in der Nähe ein Grundstück angeboten und mein Traum wurde Wirklichkeit. Die ersten Thüringer Waldziegen zogen ein. Inzwischen leben die Ziegen nicht mehr so ganz in der Nähe, 2007 sind sie umgezogen. Die Herde ist zwar nun 5 km entfernt, aber dafür ist die Fläche mit 2 ha wesentlich größer. Außerdem halte ich noch Milch- und Wildchafe, Hubbeltauben, verschiedene Hühnerrassen und französische Mastwachteln.


Über den Sinn der Haltung von Nutztieren

Die 2. Frage, die mir oft gestellt wird ist: "Was macht man denn mit Ziegen?" Die wenigen Herden, die es im Ruhrgebiet gibt werden in der Regel nur zum Spaß gehalten. Bei mir ist es mehr, denn für mich sind Ziegen wie alle meine Tiere, das was sie immer waren: Nutztiere.

Milch:

Meine Ziegen und Schafe säugen 3 Monate ihre Lämmer, nach Absetzen wird ein Teil von mir gemolken. Die Milch verarbeite ich zu Käse. Milch und Käse darf und will ich nicht verkaufen. Frischkäse ist aber sehr leicht selber zu machen. Für diejenigen, die es ausprobieren möchten, steht unter "Selbstversorger-Rezepte" eine einfache Anleitung.


Fleisch:

Bocklämmer werden in der Regel im Alter von ca. 3-5 Monaten geschlachtet. Das ist für den Ruhrpötter ein Grund zum Aufschrei, den Satz: "Waaaas, Sie essen Ihre eigenen Tiere?????", höre ich mehr als einmal im Jahr. Meine Antwort ist: Ja und zwar mit Genuss. Nicht nur, weil eigenes Fleisch eine viel höhere Qualität hat, einfach besser schmeckt. Ich weiß auch, meine Tiere hatten ein schönes Leben und ich kann sie mit gutem Gewissen essen. Ganz im Gegenteil zum anonymen Fleisch aus dem Supermarkt! Wichtig ist mir dabei nicht nur die liebevolle Aufzucht, sondern auch ein Tod ohne Qualen. Deswegen werden meine Tiere grundsätzlich nicht geschächtet. Darauf achte ich auch beim Lebendverkauf.
Zuchttaugliche weibliche Lämmer werden verkauft, damit auch sie sich wieder vermehren können. Es ist also kein Widerspruch vom Aussterben bedrohte Tiere zu essen, da vorwiegend männliche Tiere geschlachtet werden. Außerdem bestimmt wie bei Allem die Nachfrage das Angebot.

Ziegenfleisch hat von früher das seltsame Vorurteil, dass es streng schmeckt. Das Gegenteil ist der Fall: es gibt kein zarteres milderes Fleisch, als das der Ziegenlämmer. Auch Menschen, die Schaflamm nicht mögen, kann man meist von Ziegenfleisch überzeugen.

Auch die Qualität des Geflügelfleischs ist eine andere, als die, die man kennt, wenn man Fleisch zukauft. Das Fleisch ist saftiger und hat einen ausgeprägteren Geschmack.
Die Hühnereier haben größere Dotter als die von Legehybriden und schmecken durch die geringere Legetätigkeit intensiver.
Wachtel und Masttaubenfleisch ist kaum käuflich zu erwerben und ich genieße diesen besonderen Geschmack.


Obst und Gemüse
Ein Teil der Schafweide ist für Gemüseanbau abgetrennt. Hier verarbeite ich den Mist der Tiere, sowie die Wolle, die ein hervorragender Dünger ist.
Mein Garten ist nicht nur eine gentechnikfreie, sondern auch eine sortenreine Zone. Das heißt, es wird nicht mit Saatgut angebaut, dass es in Gartencentern und Baumärkten gibt, denn hier gibt es nur Hybridsaatgut von dem man keine Samen ernten kann. Dadurch ist mein Nutzgarten auch ein Reich der vielen Geschmäcker. Die Älteren unter uns bemängeln häufig, dass nichts mehr so schmeckt wie früher, bei mir ist das noch der Fall.
Apfelbäume und Obststräucher runden die Vielfalt ab.

© 2009-2010 Birgit Lumma Letzte Änderung: Tomatenlust 19.11.2017
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